Obst und Gemüse werden teurer
City- & Szenenews
10.02.2012
Auf der Fruit Logistica in Berlin gehen Experten von höheren Preisen bei Obst und Gemüse aus. Eine stagnierende Produktion und die EHEC-Krise seien dafür ursächlich.
Zum 20. Mal hat die Fruit Logistica, die Weltleitmesse des Frischfruchthandels, in Berlin ihre Pforten geöffnet. Noch bis zum 10. Februar präsentieren über 2.500 Aussteller Obst und Gemüse. Rund 55.000 Fachbesucher aus 130 Ländern werden erwartet. "Mit einem Anteil von 90 Prozent bei den ausländischen Ausstellern ist die Fruit Logistica die internationalste Messe in Deutschland", so Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin.
Stagnierende Produktion
Dieter Kraus, Präsident des Deutschen Fruchthandelsverbandes unterstrich in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Vielfalt und Qualität des Angebots an frischem Obst und Gemüse in Deutschland. Höhere Preise seien unausweichlich, denn die Branche habe 2011 Einbrüche verkraften müssen. Durch die Finanzkrise wurde wenig in die Steigerung der Produktivität beim Anbau investiert. Auch kam dem Gemüsehandel die EHEC-Krise in die Quere.
Neben der Steigerung der Produktivität kämpft die Branche mit dem Thema Nachhaltigkeit. Dieter Kirschke, Agrarökonom an der Berliner Humboldt-Universität, im Gespräch mit pressetext: "Die Produktion stagniert weltweit wegen der Finanzkrise. In den letzten Jahrzehnten hat sie stetig zugenommen." Brasilien und China seien die einzigen Ausnahmen. Hier floriere der Handel mit Obst und Gemüse noch, die Produktion konnte nur in diesen beiden Ländern gesteigert werden.
Obst- und Gemüseanbau wichtig
Kirschke sagt ähnlich wie Kraus für Europa und speziell für Deutschland eine Erhöhung der Preise für Obst und Gemüse voraus. Er plädiert dafür, dass in der EU an einer gesteigerten Produktivität beim Obst- und Gemüseanbau gearbeitet werden sollte. Nur so ließen sich die Preise niedrig halten. "Wenn ich aber von der Steigerung der Produktivität sprechen, darf die Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt werden", betont Kirschke. Im vergangenen Jahr war Obst durchschnittlich um 4,4 Prozent teurer. Dementsprechend zurückhaltend zeigten sich die Konsumenten beim Obstkauf. Gemüse wurde Anfang 2011 noch gerne gekauft - bis die EHEC-Krise kam. Die Händler von Gurken, Tomaten und Salaten konnten nur die Hälfte ihrer Produkte verkaufen. Das ergab eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens GfK.
(pte/pb)
Auf der Fruit Logistica in Berlin gehen Experten von höheren Preisen bei Obst und Gemüse aus. Eine stagnierende Produktion und die EHEC-Krise seien dafür ursächlich.
Zum 20. Mal hat die Fruit Logistica, die Weltleitmesse des Frischfruchthandels, in Berlin ihre Pforten geöffnet. Noch bis zum 10. Februar präsentieren über 2.500 Aussteller Obst und Gemüse. Rund 55.000 Fachbesucher aus 130 Ländern werden erwartet. "Mit einem Anteil von 90 Prozent bei den ausländischen Ausstellern ist die Fruit Logistica die internationalste Messe in Deutschland", so Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin.
Stagnierende Produktion
Dieter Kraus, Präsident des Deutschen Fruchthandelsverbandes unterstrich in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der Vielfalt und Qualität des Angebots an frischem Obst und Gemüse in Deutschland. Höhere Preise seien unausweichlich, denn die Branche habe 2011 Einbrüche verkraften müssen. Durch die Finanzkrise wurde wenig in die Steigerung der Produktivität beim Anbau investiert. Auch kam dem Gemüsehandel die EHEC-Krise in die Quere.
Neben der Steigerung der Produktivität kämpft die Branche mit dem Thema Nachhaltigkeit. Dieter Kirschke, Agrarökonom an der Berliner Humboldt-Universität, im Gespräch mit pressetext: "Die Produktion stagniert weltweit wegen der Finanzkrise. In den letzten Jahrzehnten hat sie stetig zugenommen." Brasilien und China seien die einzigen Ausnahmen. Hier floriere der Handel mit Obst und Gemüse noch, die Produktion konnte nur in diesen beiden Ländern gesteigert werden.
Obst- und Gemüseanbau wichtig
Kirschke sagt ähnlich wie Kraus für Europa und speziell für Deutschland eine Erhöhung der Preise für Obst und Gemüse voraus. Er plädiert dafür, dass in der EU an einer gesteigerten Produktivität beim Obst- und Gemüseanbau gearbeitet werden sollte. Nur so ließen sich die Preise niedrig halten. "Wenn ich aber von der Steigerung der Produktivität sprechen, darf die Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt werden", betont Kirschke. Im vergangenen Jahr war Obst durchschnittlich um 4,4 Prozent teurer. Dementsprechend zurückhaltend zeigten sich die Konsumenten beim Obstkauf. Gemüse wurde Anfang 2011 noch gerne gekauft - bis die EHEC-Krise kam. Die Händler von Gurken, Tomaten und Salaten konnten nur die Hälfte ihrer Produkte verkaufen. Das ergab eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens GfK.
(pte/pb)
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